Asset Backed Securities (ABS)
aktualisiert am 06. November 2008
ABS sind handelbare Schuldverschreibungen, die durch Forderungen gedeckt
sind. Die Ausgabe (Emission) von ABS ist auch auf Forderungen möglich, die in
Raten bezahlt werden, z.B. auf Autokredite mit längerer Laufzeit, gesicherte
Konsumentenkredite und Immobilienkredite. Diese Hypothekendarlehen auf
Immobilien werden als eine spezielle ABS-Untergruppe gehandelt, sie heißen
Mortgage Backed Securities (MBS). Die handelbaren Schuldverschreibungen
werden getilgt, sobald die Forderungen durch die Schuldner beglichen wurden.
Durch die Emission von ABS erhält ein Unternehmen liquide Mittel: Das
Unternehmen verkauft einen Teil seiner Forderungen an eine eigens für dieses
Finanzierungsmodell gegründete Tochtergesellschaft. Diese refinanziert sich
durch die Ausgabe von ABS.
Wie die US-amerikanischen ABS nach Deutschland kamen
Bezogen auf die Mechanismen der aktuellen Finanzkrise heißt das: Die Banken
schnürten aus vielen einzelnen Krediten - hauptsächlich Hypothekendarlehen von
Kreditnehmern mit geringer Bonität - ein Paket und lagerten dieses in die
Wertpapier-Klasse der ABS aus. Anschließend wurden die ABS weiterverkauft - rund
um den Globus. So landeten US-Hypotheken bei internationalen Investoren und in
Deutschland. Als die amerikanischen Häuserbauer ihre Kredite reihenweise nicht
mehr zurückzahlen konnten, verloren diese Wertpapiere dramatisch an Wert.